Hoppla Apokalyptiko 2020

Apokalyptiko (c) Josh Hild

HOPPLA APOKALYPTIKO 2020
Ein Krisenstück von DispoDispo!

PREMIERE: Freitag, 13.11.2020, Katakomben Theater Essen

Hoppla Apokalyptiko 2020 ist eine Ein-Mann-Performance, die über die nur im Individuellen sichtbaren Auswirkungen einer kollektiven Krise sinniert. Wir zeigen den Monolog von Johannes, in einer Zeit nach der vermeintlichen Apokalypse. Er ist verkapselt in seiner Wohnung, sitzend auf einer entkernten Waschmaschine, um ihn herum jene Alltagsgegenstände, die für ihn zu letzten verlässlichen Koordinaten geronnen sind: ein Wasserkocher, ein Standmixer, ein Bidet, das immer präsente Notebook. Kontakt zur Außenwelt besteht seit Monaten nur noch über das Internet. Der unsichtbare Feind ist angeblich verschwunden, nur traut er dieser Information nicht. Die Quarantäne ist sein Zuhause geworden, das Gefühl von Isolation und Kontrollverlust haben ihn alle zur Verfügung stehenden Diskursschnipsel aufsaugen lassen: Newsfeeds und Artikel, Verschwörungs-Kommentare, Science-Fiction-Fragmente, Survival-Tutorials, Regierungs-Erklärungen, Predigten und Selbstoptimierungskurse. Während er um sein seelisches Überleben gerungen hat, ist er zum Gedächtnis der Pandemie-Krise kondensiert und kämpft sich nun sprechend zurück in seine eigene Handlungsfähigkeit.
In der Auseinandersetzung mit dem Grenzgang zwischen Wahn und mentaler Gesundheit befasst sich „Hoppla Apokalyptiko 2020“ mit dem Versagen eines persönlichen inneren Krisenmanagements und der Chance eines einzelnen Menschen, sich seine eigene Autorität zurück zu holen. So behandelt das Stück stellvertretend für eine größere gesellschaftliche Dimension die Fragen, welche Wunden und Narben nach Wochen und eventuell Monaten in Kontakteinschränkung und Infektionspanik in einem kollektiven Bewusstsein entstanden sein werden.

Premiere: Freitag, 13.11.2020 im Katakomben-Theater Essen!